Warum steht der Mustang unter Schutz?

Grausam gejagt

Vor einem knappen halben Jahrhundert stand es um die Population der wildlebenden Pferde Amerikas gar nicht gut. Jeder konnte, wie es ihm gerade beliebte, die Mustangs fangen und jagen. Dies geschah leider auch auf sehr brutale Art und Weise und zu kommerziellem Nutzen. Das hatte zur Folge, dass die Mustangpopulation beinahe unaufhaltsam schrumpfte und damit kurz davor war, das wahrhafte Symbol für Freiheit im wilden Westen auszurotten. Nicht zuletzt dank Wild Horse Annie, wurden die Mustangs 1971 schließlich im THE WILD FREE-ROAMING HORSES AND BURROS ACT OF 1971, als lebende Symbole des historischen Pioniergeistes des Westens, unter den immerwährenden Schutz der amerikanischen Regierung gestellt.

 

Folgen der Überpopulation

Heute ist daraus allerdings ein gegenteiliges Problem geworden. Die Anzahl an Mustangs ist wieder so stark angestiegen, dass das Verhältnis von Mustangs zu den zur Verfügung stehenden Weideflächen im Ungleichgewicht ist. Mit ein Hauptgrund sind die fehlenden Fressfeinde, die den Pferdebestand zu früheren Zeiten regulierten. Zudem werden die zur Verfügung stehenden Flächen aufgrund der Industrialisierung stark eingeschränkt. Straßen, Städte, die Ölindustrie hoffen auf immer mehr nutzbares Land. Daraus resultierend gibt es zu viele Mustangs auf zu geringer Fläche. Diese fressen das Land so kahl, dass es erstens, nicht mehr für alle Tiere reicht und zweitens, sich die Pflanzen nicht mehr regenerieren können. Ein Überleben der folgenden Mustanggenerationen würde immer schwieriger. Würde man die Mustangs sich selbst überlassen, würden über kurz oder lang immer mehr Mustangs einen grausamen Hungertod sterben oder an Sandkoliken (das ist das letzte was man fressen kann) eingehen.

Aus diesem Grund sieht sich das BLM gezwungen, regelmäßig einige der Mustangs aus der Wildbahn zu entfernen, um wieder das Appropriate Management Level (AML) zu erreichen. Den Punkt bei dem die Ressourcen des Weidelandes in einem guten Verhältnis zur Anzahl der darauf lebenden Mustangs stehen. Nur dadurch kann verhindert werden, dass in den nächsten Jahrzehnten aus den Weideflächen unbrauchbare Einöde wird und die Mustangs komplett aussterben. Sowohl das Land, als auch die Mustangs benötigen den Schutz also auch heute noch genau so sehr wie 1971.

 

Neue Probleme

Die Round Ups lösen zwar kurzfristig das Problem, dass es in der Wildbahn zu viele Tiere gibt, langfristig gesehen, entstehen daraus woanders neue Probleme. Zu den fehlenden Fressfeinden, kommt jetzt das regelmäßige Auseinanderreißen der Herden. Die Population regelt sich also so gut wie gar nicht mehr von alleine. Es entsteht ein Teufelskreis, der mittlerweile nur noch schwer zu durchbrechen ist. Die vielen eingefangenen Pferde müssen versorgt und zur Adoption vorbereitet werden. Über die Adoption erhofft man sich sowohl den Schutz des Mustangs zu wahren, als auch geeignete Trainern/Privatpersonen zu finden, die die Mustangs zähmen. Aus ihnen können vielseitige Reitpartner werden, die einem ihr ganzes Vertrauen schenken. Viele der eingefangenen Mustangs haben bereits ein schönes Zuhause gefunden, doch es sind längst nicht genug. Die übrigen Mustangs landen in den vom BLM eingerichteten Auffangstationen, wo sie von Menschenhand unberührt leben. Mittlerweile befinden sich dort schon 47.000 Mustangs. Miete und die Versorgung der Tiere verbrauchen den Großteil des Budgets, das dem BLM für das Verwalten der Mustangs zur Verfügung steht. Neben weiteren Round Ups soll deshalb nun versucht werden, die Population durch Geburtenkontrolle in Form von Medikamentenvergabe konstant zu halten.

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